Background

Freitag, 5. März 2010

Die Sache mit der Bescheidenheit oder "Gott, bin ich schlau und so talentiert"


Also, eigentlich haben diese Fotos so rein gar nichts mit meinem Post zu tun, aber ein neuer Post ohne Bilder ist ja irgendwie auch langweilig - und die bereits lobend erwähnte Alice von Fundus hatte ja so reizende Fotos von der für Sie benähten Tasche gemacht, dass ich fand - man müsse sie auch zeigen.


Jedenfalls - Bescheidenheit. Bekanntlich eine Tugend. Hier erstmal vorab meine ganz persönliche Meinung: Vermutlich gibt es gar keine echte Bescheidenheit. Wenn doch, dann ist diese Tugend völlig überbewertet, da man sich nie auch nur im geringsten auf ihr Vorhandensein oder eben Nicht-Vorhandensein im eigenen Befinden verlassen kann. Ausserdem finde ich es völlig bescheuert, dass Bescheidenheit gesellschaftsfähig ist, ihr Fehlen dagegen nicht.

Jetzt mal ehrlich - gerade an dem einzigen Tag der Woche, an dem man mal restlos mit sich zufrieden ist und findet, man hat gerade das Rad neu erfunden, muß man so tun als wäre das gar nichts und möglichst noch den einzigen, kaum sichtbaren Makel mit einer Lupe dem unschuldigen Betrachter unter die Nase reiben.

Als hätte man nicht genügend andere Tage, an denen man findet, man sei alt, hässlich, schrumpelig, untalentiert und alles in allem ein Vollversager. Okay, kommt glücklicherweise nicht all zu oft vor...aber trotzdem.

Wenn man allerdings zu den glücklichen Menschen gehört, die eine dieser im vorigen Post beschriebenen Schwestern besitzen (oder ein entsprechendes Äquivalent) - kann man an den guten Tagen trotzdem richtig auf die Sahne hauen.

Heute vormittag hatte ich also mal wieder das Rad neu erfunden (in Form meiner ersten eigenen Stickdatei - yay!) - und die erste Reaktion war natürlich zum Telefon zu greifen, die Käthe anzurufen und sie mit den Worten: "Boaaa, ich bin so schlau und talentiert!" zu begrüßen.
Kichern am anderen Ende der Leitung. "Natürlich bist du das, das liegt in der Familie."

Darf man das dann auch genau so in seinem Blog schreiben? Jup. Darf man. Wenn man dann auch genau so ehrlich ist, wenn man gerade mal wieder zwei linke Hände hatte und den Taschenboden in die obere Öffnung gleich neben die Henkel gesetzt hat (Tatsache. Hab ich geschafft.)

Kommentare:

  1. Hallo Grete,
    bin hier gerade durch Zufall bei dir gelandet... Ich bin schon gespannt auf dein kleines Atelier (wer hat schon sowas? ich teile mir einen Kellerraum mit meinem schlagzeugspielenden Sohn)und auf deinen Web-Shop freu ich mich auch schon... und dein schreibstil treibt einem nicht nur ein Schmunzeln ins Gesicht - ich komme sicher jetzt öfter vorbei!

    Liebe Grüße

    Miriam

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Miriam,
    wie schön!!! Und Lob von Menschen, die nicht mit einem verwandt oder verschwägert sind zählt doch mindestens doppelt, oder? Habe mir dann auch gleich deine Blogs angeschaut. SCHÖNE Sachen machst du! Freue mich, dich hier öfters zu sehen. Liebe Grüße,
    Grete

    AntwortenLöschen