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Dienstag, 19. Juli 2011

Superdiät und Schamgefühl-Abhärtung


Ihr Lieben, für die eine oder andere von Euch war sicherlich auch schon einmal das Thema "Diät" in irgendeiner Form relevant.
Lasst mich Euch sagen: Ich habe die absolute Wunderdiät gefunden. Ich möchte Euch jetzt auf keinen Fall Herzinfarkte, OPs oder simpel den Aufenthalt in einer deprimierenden Klinikumgebung samt zugeschweißten Fenstern ohne Frischluftzugang empfehlen.


Das geht weit simpler: Man nehme IRGENDEIN Nahrungsmittel - klebe einen Sticker mit dem Titel "Gastroenterologische Basisdiät" oben drauf - und voilà - es hat ein Ende mit dem Appetit. Schlagartig. Egal was drin ist, das KANN einem einfach nicht mehr schmecken. Probiert es mal aus.


Dann zum Thema "Schamgefühl". Ich bin ja ursprünglich mal ganz katholisch erzogen worden. In den 60ern. Von einer ordentlichen, westfälischen Mutter. (keine Hippie - Freizügigkeit in UNSEREM Haus, das kann ich Euch sagen)
Entsprechend mein Verhältnis zum "nackig sein".


15 Tag auf der Intensivstation der Uniklinik Münster - und ich könnte heute als Flitzer über das nächstbeste Fussballfeld rasen. Wenn ich den rasen könnte. Was ich nicht kann. Da gibt es nämlich keine Trennung zwischen Männlein und Weiblein. Von diesen 15 Tagen lag ich an 12 Tagen mit wechselnden Männern in einem Zimmer: ein armer verwirrter junger Mann, der am ersten Tag nach meiner OP mit Fäkalien um sich warf (yayyyyy - das war schön, versucht euch mal zu ducken oder unter der Decke zu verstecken, wenn ihr frisch operiert seid und an 1000 Strippen festgemacht seid), ein ebenso verwirrter älterer Herr, der sein Krankenhaushemdchen nicht mochte und immer wieder mal nackelig durchs Zimmer huschte (auch nicht das größte Vergnügen) - und dazu wurde man selber gewaschen usw - von einer nicht enden wollenden Batterie an Schwestern und Pflegern.
Das stählt. Nach ca. einer Woche ist man da nicht mehr so pingelig. Aber vielleicht lässt das ja wieder nach und in ein paar Wochen bin ich wieder mein übliches verschämtes Selbst.
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Kommentare:

  1. Also ich bewundere Deinen Humor. Gut das ich demnächst nur für 4 Tage ins Krankenhaus muss. Kann also nicht so schlimm sein ;-)

    LG

    Karin

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  2. Oh .... schluck ... bin heute morgen noch an der Uniklinik vorbei gekommen! Hätte ich ja mal was leckeres rein schmuggeln können, oder?

    Drücke Dir weiterhin die Daumen für eine gute Genesung!!!

    Lieben Gruß * Denise

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  3. Hi Grete!
    Ach wie schön, wieder von dir zu lesen! Ich war oft in Gedanken bei dir und hab ein paar Gebete nach oben geschickt, dass es dir gut geht!
    Lass es bitte langsam gehen und werd wieder ganz gesund. (Hi, hi wir wollen doch wieder bei dir im Garten sitzen...)
    ganz liebe Grüße, Steffi
    P.S. geht es jetzt in Reha? Das kann ich mir sehr lustig vorstellen, wie du da die "Kreativtante" in den Wahnsinn treibst...

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  4. Es ist toll, dass du deinen Humor nicht verloren hast. Das ist echt eine Gabe.

    Grete, ich wünsch dir gute Besserung.
    Und dass du bald wieder nach Hause darfst- Nähen ist eine gute Medizin :)

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